Renaturierung Vinxtbach

Dokumentation Renaturierung Vinxtbach (Teil I)

 

     Tag/Datum        :    Samstag, 22.08.2015

     Auftraggeber    :    Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Koblenz

     Maßnahmeträger    :    Verbandsgemeinde Bad Breisig

     Ausführender    :    Angelsportverein Waldorf 1981 e.V.

     Lage        :    Gemarkung Waldorf, zwischen Waldorf und Gönnersdorf

 

 

Insgesamt 16 Mitglieder des ASV Waldorf (auf dem Foto fehlen Rolf vom Berg, Joachim Ockenfels, Udo Lukas und Fotograf Lambert Gansen) lösten unter der Leitung ihres Vorsitzenden Hermann Schmitt und des ASV-Gewässerwarts Peter Göbels am 22.08.2015 den 1. Teil ihrer im Rahmen mehrerer Ortsbegehungen mit Vertretern der Ortsgemeinde Waldorf, der Verbands-gemeinde Bad Breisig, der Kreisverwaltung Ahrweiler und der Struktur- und Genehmigungs-direktion Nord (Koblenz) gemachten Zusage zum Rückbau von Querbauwerken (QBW = Stauwehren) im Vinxtbach ein.

 

 

Innerhalb nur eines Tages wurden zunächst insgesamt sieben der z.T. Jahrzehnte alten massiven Einbauten rückstandsfrei aus dem Vinxtbach entfernt. Anschließend wurde das Bachbett dem natürlichen Verlauf angepasst. Zur Uferbefestigung und als Strömungsbrecher wurden abschließend Basaltblöcke im Gewicht zwischen 30 und 60 kg in das Gewässer ein-gebracht. Auf das Einbringen größerer Steinblöcke, wie sie an anderer Stelle in vergleich-baren Gewässern 3. Ordnung gesetzt wurden, um den Bachverlauf zu regulieren, haben die Waldorfer Petrijünger bewusst verzichtet. „Steine in der von uns verwendeten Größe kom-men im Gegensatz zu den riesigen Steinblöcken, die seit kurzem z.B. den Brohlbach zieren, seit Jahrhunderten auch natürlich im Vinxtbach vor. Deshalb wollten wir den Begriff Rena-turierung auch an dieser Stelle eng auslegen“, erklärte dazu der ASV Vorsitzende Hermann Schmitt. Er dankte allen Verantwortlichen der Gemeinde, der Verbandsgemeinde, des Kreises und der SGD Nord für das Vertrauen, das diese in den ASV Waldorf gesetzt haben, als sie ihm die Verantwortung für die Renaturierung des Vinxtbachs übertragen haben. 

„Wir werden unsere Auftraggeber nicht enttäuschen“, sagte Schmitt.

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„Wie versprochen haben wir dem Vinxtbach mit viel persönlichem Engagement und unter Inanspruchnahme von nur einem Bruchteil der finanziellen Mittel, die andernorts für ver-gleichbare Maßnahmen verausgabt wurden, in einem ersten Schritt unterhalb von Waldorf seinen natürlichen Verlauf wiedergegeben. Und im nächsten Jahr wird dann in enger Absprache mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Breisig, Bernd Weidenbach, und dessen Team oberhalb unseres Heimatortes der 2. Teil der Vinxtbach-Renaturierungs-maßnahmen erfolgen.“

 

Einen großen Dank richten die Waldorfer Angler an den Gärtnereifachbetrieb Blumen Kraus, Hauptstraße 1 in 53498 Bad Breisig (Oberbreisig); von dort wurde ihnen kostenlos ein Raupenbagger zur Verfügung gestellt, ohne den die umfangreichen Aushub- und Planier-arbeiten und das Einbringen von Strömungsbrechern in das Bachbett schlichtweg unmöglich gewesen wäre.

 

Das QBW 33674 hatte die Natur schon nahezu vollständig aufgelöst.

Notwendige Restarbeiten konnten an der unzugänglichen Stelle von Hand 

ausgeführt werden.

Ganz anders sah es da schon am sehr gut erhaltenen QBW 33675 aus.

 

Hier war erstmals schweres Gerät gefordert.

 

Vor Jahrzehnten fachmännisch eingebrachte Weidenstämme

hatten ein knapp 60 cm hohes Stauwehr gebildet,

das zumindest für kleinere Wanderfische ein 

unüberwindliches Hindernis darstellte.

 

 

Obwohl fleißige Helfer bereits vorher einige Schneisen in den Uferbewuchs geschlagen hatten, kam man nur mit Mühe und großem handwerklichen Können des Baggerführers 

Stefan Schmitt dem Bauwerk bei.

Vor der Kraft des Baggers musste das stolze Stauwehr letztendlich kapitulieren.

 

Anschließend wurden von Hand Basaltsteine zur Uferbefestigung und als Strömungsbrecher 

ins Bachbett eingebracht. 

Das Ergebnis nach mehreren Stunden harter Arbeit

konnte sich sehen lassen.

Wo vorher noch ein unüberwindliches Hindernis stand,

wurde für alle Bachbewohner ein problemlos zu bewältigender Durchlass

mit einer Ruhezone hinter einem Strömungsbrecher geschaffen.

 

Dichter Bewuchs und trübes Wasser lassen den Urzustand von QBW 33676 nur erahnen.

Wohl auch deswegen war dieses Stauwehr im Maßnahmenplan der SGD Nord

(Stand: Februar 2015) schon gar nicht mehr verzeichnet.

 

Das QBW wurde trotzdem fachgerecht aus dem Gewässerlauf entfernt.

Auch hier wurden Teppich- und Folienreste rückstandsfrei von Hand entfernt,

nachdem der Bagger seine Arbeit getan hatte und bevor die „Bachlauf-Regulierer“ 

mit den Basaltsteinen zur Tat schritten.

Oberhalb des Raupach-Einlaufs in den Vinxtbach waren drei QBWs zu entfernen.

Hier bahnt sich der Bagger gerade den Weg zu QBW 33677.

Eine Leitplanke und mehrere massive Baumstämme forderten angesichts 

des steilen Ufers und des dichten Baum- und Heckenbewuchses das 

ganze Können des Baggerführers.

 

Verkeiltes Eisen und tief ins Bachbett eingesunkene Baumstämme 

an einer nahezu unzugänglichen Stelle brachten selbst den Bagger

fast an seine Grenzen. 

 

Alle unnatürlichen Bestandteile der QBWs wurden vom ASV 

selbstverständlich fachgerecht entsorgt.

Und schließlich war auch diese Hürde genommen.

 

Das Bachbett war frei und konnte mit Basaltsteinen befestigt bzw. reguliert werden.

Die grobe Arbeit bewältigte auch hier Stefan Schmitt mit seinem schweren Gerät,

bevor die vermeintlichen „Zuschauer“ die Feinarbeit im Bachbett übernahmen.

 

Das im Plan der SGD Nord als QBW 33680 ausgewiesene unbefestigte Stauwehr unterhalb der Pilsgassenbrücke konnte mit vereinten Kräften problemlos von Hand aus dem Vinxtbach entfernt werden. 

 

Abgeschlossen wurde der Teil I der Vinxtbach-Renaturierungsmaßnahmen im Ortsgebiet bzw. in der Gemarkung Waldorf schließlich durch die Entfernung des innerorts in Höhe des Hauses Pilsgasse 49 bestehenden QBWs 33681 aus dem Gewässerlauf. 

 

Maßnahmeträgerin für die Renaturierungsmaßnahmen am Vinxtbach ist die Verbands-gemeindeverwaltung Bad Breisig. Mit der Umsetzung der hierüber beschriebenen QBW-Rückbauten im August 2015 liegt die Verbandsgemeinde ganze zwei Jahre vor dem von der SGD Nord vorgegebenen Umsetzungsplan. Nach jetzigem Stand werden die noch aus-stehenden Maßnahmen oberhalb der Ortslage Waldorf im Jahr 2016 abgeschlossen werden.

 

Verfasser:

 

Lambert Gansen

ASV Waldorf 1981 e.V.

Geschäftsführer

 
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